Apr 1, 2025

Kündigungen richtig managen

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Viele Unternehmen investieren immense Ressourcen in die Gewinnung neuer Talente, ohne zu bedenken, dass der Abschied ein natürlicher Bestandteil des Mitarbeiterzyklus ist. Betriebsblindheit führt dazu, dass der Abschiedsprozess oft als rein administrativer Vorgang behandelt wird, statt als strategischer Baustein zur Stärkung der Arbeitgebermarke. Ein professionelles Offboarding schafft nicht nur Raum für konstruktives Feedback, sondern verwandelt ausscheidende Mitarbeitende in zukünftige Markenbotschafter.

Warum ein gelungener Abschied so wichtig ist

Ein gut strukturierter Offboarding-Prozess vermittelt den Mitarbeitenden das Gefühl, dass sie wertgeschätzt werden, unabhängig davon, ob sie bleiben oder gehen. Wird der Abschied respektvoll und transparent gestaltet, hinterlässt dies einen bleibenden positiven Eindruck, und ehemalige Mitarbeitende sprechen in ihrem Netzwerk und auf Plattformen wie LinkedIn positiv über ihren früheren Arbeitgeber. Dies stärkt das Image des Unternehmens nachhaltig und hilft, auch zukünftig Top-Talente anzuziehen.
Zudem kostet der Verlust eines Mitarbeitenden nicht nur unmittelbar Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten, sondern verursacht auch langfristige Schäden durch Wissensverlust, Überlastung der verbleibenden Teammitglieder und einen negativen Ruf am Arbeitsmarkt. Studien zeigen, dass Unternehmen mit einer durchdachten Offboarding-Kultur eine deutlich geringere Fluktuation aufweisen und wirtschaftlich stabiler sind.

Offboarding als integraler Bestandteil des Mitarbeiterzyklus

Ein erfolgreicher Offboarding-Prozess beginnt bereits bei der Einstellung, denn von Anfang an sollte klar kommuniziert werden, dass jede Arbeitsbeziehung auch einmal endet, und dass der Abschied ein natürlicher Teil eines kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozesses ist. Regelmäßige Feedbackgespräche und anonyme Umfragen schaffen ein Umfeld, in dem Mitarbeitende wissen, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden, sodass der Abschied nicht als abruptes Ende, sondern als Teil eines fortlaufenden Zyklus verstanden wird.
Ein strukturiertes Exit-Gespräch bietet zudem die Gelegenheit, wertvolle Einblicke in interne Prozesse zu gewinnen. So können Unternehmen herausfinden, welche Faktoren zu Kündigungen geführt haben, und entsprechende Anpassungen vornehmen. Ehemalige Mitarbeitende, die sich respektvoll verabschiedet fühlen, wirken oft als Markenbotschafter und kehren mit neuen Erfahrungen und Perspektiven zurück, bereit, wieder Teil der Herde zu werden.

Praktische Ansätze für ein erfolgreiches Offboarding

1, Planung von Anfang an: Bereits bei der Einstellung sollte klar kommuniziert werden, dass jede Arbeitsbeziehung auch einmal endet, und dies schafft eine Kultur, in der Abschiede als natürlicher Teil des Wachstumsprozesses gesehen werden.

2, Regelmäßige Feedbackgespräche: Kontinuierlicher, wertschätzender Austausch hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen, und stellt sicher, dass alle Seiten wissen, wo sie stehen. Anonyme Umfragen fungieren dabei wie Wetterprognosen, die auf drohende Trockenperioden in der Unternehmenskultur hinweisen.

3, Ehrliche Exit-Gespräche: Diese Gespräche sollten nicht nur die Gründe für eine Kündigung beleuchten, sondern auch Verbesserungspotenziale aufzeigen, sodass das Unternehmen aus Fehlern lernen kann.

4, Netzwerkpflege: Ehemalige Mitarbeitende sollten in ein Alumni-Programm eingebunden werden, um langfristig den Kontakt aufrechtzuerhalten und als Botschafter für das Unternehmen zu fungieren.

5, Kulturelle Offenheit: Ein Unternehmen, das Abschiede als Chance begreift, lernt aus den Erfahrungen und verbessert kontinuierlich seine Arbeitskultur, was potenziellen neuen Talenten signalisiert, dass hier eine offene, lernende Organisation existiert.

Fallbeispiel: Wie ein Unternehmen durch professionelles Offboarding erfolgreich blieb

Ein international agierendes IT-Unternehmen erlebte in einem Jahr eine hohe Fluktuation. Die Ursache lag nicht nur in unklaren Karriereaussichten, sondern auch in einem abrupten, unpersönlichen Abschiedsprozess. Nachdem das Unternehmen seinen Offboarding-Prozess überarbeitet hatte, einschließlich strukturierter Exit-Gespräche, regelmäßiger Feedbackrunden und der Einführung eines Alumni-Programms, sank die Fluktuation innerhalb eines Jahres signifikant. Ehemalige Mitarbeitende blieben in Kontakt, viele kehrten nach neuen Erfahrungen zurück, und das Unternehmen gewann an Attraktivität. Diese Erfahrung zeigt, dass ein respektvoller Abschied nicht nur Kosten senkt, sondern auch den langfristigen Erfolg sichert.

Fazit: Offboarding als Investition in die Zukunft

Ein professionelles Offboarding ist weit mehr als ein administrativer Akt, es ist ein integraler Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie. Unternehmen, die von Anfang an in eine Kultur der offenen Kommunikation und Wertschätzung investieren, sichern sich langfristig nicht nur bessere Kennzahlen, sondern auch ein positives Arbeitgeberimage.
Welche Maßnahmen ergreift Ihr Unternehmen, um den gesamten Mitarbeiterzyklus, von der Einstellung bis zum Abschied, wertschätzend zu gestalten?

1, Edmondson, A. (2019). The Fearless Organization: Creating Psychological Safety in the Workplace for Learning, Innovation, and Growth. Wiley,
2, Gallup (2022). State of the Global Workplace Report.,
3, Cascio, W. F. (2006). Managing Human Resources: Productivity, Quality of Work Life, Profits. McGraw-Hill Education,
4, McKinsey & Company (2021). The Future of Work Report.,
5, Kruger, J., & Dunning, D. (1999). Unskilled and unaware of it: How difficulties in recognizing one’s own incompetence lead to inflated self-assessments. Journal of Personality and Social Psychology.